August 3 2023, 1:50 p.m.
Product Lifecycle Management (PLM)
Die Fertigungsindustrie ist durch ständigen Wandel geprägt. Produkte werden immer komplexer, die Erwartungen der Kunden steigen, und globale Zusammenarbeit ist heute eher die Regel als die Ausnahme. Um wettbewerbsfähig zu bleiben, müssen Hersteller nicht nur ihre Produkte managen, sondern auch die Daten, Prozesse und Entscheidungen, die diese Produkte formen. Genau hier spielt Product Lifecycle Management (PLM) eine entscheidende Rolle.

Jørgen Schiønning
August 3, 2023
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Product Lifecycle Management bietet einen strukturierten Ansatz zur Steuerung eines Produkts, von der ersten Idee über Entwicklung, Produktion und Service bis hin zur Außerbetriebnahme. Es vereint die Daten, Prozesse und beteiligten Personen über den gesamten Produktlebenszyklus hinweg und hilft Unternehmen, auch bei zunehmender Produktkomplexität die Kontrolle zu behalten.
Anstatt Produktdaten als isolierte Dateien, voneinander getrennte Excel-Dateien oder abteilungsspezifische Informationen zu behandeln, schafft PLM einen einheitlichen, vernetzten Rahmen für die Verwaltung von Produktdefinitionen, Revisionen, Dokumenten, Stücklisten (BOMs), Anforderungen und technischen Änderungen. Dadurch erhalten Teams eine gemeinsame Arbeitsgrundlage, Missverständnisse werden reduziert und die Zusammenarbeit zwischen Engineering, Fertigung, Qualität, Service und weiteren Geschäftsbereichen wird deutlich erleichtert.
Mit PLM werden Produktinformationen nachvollziehbarer, zugänglicher und verlässlicher. Teams können erkennen, was sich geändert hat, warum es geändert wurde, wer die Änderung freigegeben hat und welche Auswirkungen sie auf die restliche Produktstruktur hat. Das unterstützt bessere Entscheidungen, reduziert Fehler und sorgt für einen konsistenten Informationsfluss vom Engineering in die Produktion und darüber hinaus.
Was ist Product Lifecycle Management?
Product Lifecycle Management (PLM) ist ein strategischer Ansatz sowie ein unterstützendes System zur Verwaltung aller produktbezogenen Informationen und Prozesse über den gesamten Lebenszyklus eines Produkts hinweg.
Dieser Lebenszyklus umfasst typischerweise:
- Konzept und Design
- Engineering und Validierung
- Produktion und Freigabe
- Änderungsmanagement und Optimierung
- Service und End‑of‑Life
Ein PLM‑System stellt sicher, dass Produktdaten wie CAD‑Dateien, Stücklisten (BOMs), Dokumente und technische Änderungen korrekt, kontrolliert und zur richtigen Zeit für die richtigen Personen zugänglich sind.

Warum Product Lifecycle Management in der Fertigung wichtig ist
Die moderne Fertigungsindustrie erzeugt enorme Mengen an Produktdaten. Ohne PLM sind diese Daten häufig über Dateiserver, Excel‑Dateien, E‑Mails und voneinander getrennte Systeme verteilt. Das Ergebnis sind mangelnde Transparenz, manuelle Nachbearbeitung und kostspielige Fehler.
Product Lifecycle Management unterstützt Hersteller dabei:
- die Kontrolle über Produktdaten und Revisionen zu behalten
- die Zusammenarbeit zwischen Engineering, Fertigung und Qualität zu verbessern
- Fehler durch veraltete oder inkonsistente Informationen zu reduzieren
- eine schnellere und besser planbare Produktentwicklung zu ermöglichen
Mit der zunehmenden Einführung von Industrie 4.0 und der digitalen Transformation wird PLM zu einem zentralen Enabler für Transparenz, Nachverfolgbarkeit und Effizienz entlang der gesamten Wertschöpfungskette.
Der Zusammenhang zwischen PLM und ERP
PLM arbeitet nicht isoliert. Um echten geschäftlichen Mehrwert zu liefern, muss Product Lifecycle Management (PLM) eng mit Enterprise Resource Planning-Systemen (ERP) zusammenarbeiten.
PLM steuert, wie Produkte konzipiert und entwickelt werden. ERP steuert, wie diese Produkte geplant, produziert, beschafft und verkauft werden. Sind diese Systeme voneinander getrennt, entstehen doppelte Datenhaltung, manuelle Übergaben und eine fehlende Abstimmung zwischen Engineering und operativen Bereichen.
Die Verbindung zwischen PLM und ERP ist daher von zentraler Bedeutung. Produktdaten, die in PLM entstehen, müssen zuverlässig in das ERP gelangen, um Produktionsplanung, Kalkulation, Einkauf und operative Ausführung zu unterstützen. Ohne diese Abstimmung besteht die Gefahr, dass PLM zu einem weiteren Datensilo wird, statt ein Treiber für Effizienz, Transparenz und Kontrolle zu sein.
Getrennte vs. vernetzte PLM‑ und ERP‑Systeme
Viele Hersteller investieren in PLM in der Erwartung besserer Kontrolle und höherer Effizienz, erreichen jedoch die gewünschten Ergebnisse nicht aufgrund einer unzureichenden Integration mit dem ERP.
In manchen Fällen arbeiten PLM und ERP als vollständig getrennte Systeme. Dies zwingt Teams dazu, Daten manuell zu übertragen, doppelte Datensätze zu pflegen und Inkonsistenzen zu bereinigen. Anstatt Komplexität zu reduzieren, entstehen durch diese Architektur häufig neue Risiken und Ineffizienzen.
Ein vernetzter Ansatz, oder ein ERP-basiertes PLM-System, beseitigt diese Herausforderungen, indem Engineering‑ und Geschäftsdaten von Beginn an aufeinander abgestimmt sind. Änderungen, die im PLM vorgenommen werden, spiegeln sich direkt im ERP wider und schaffen so eine zentrale, verlässliche Datenquelle im gesamten Unternehmen.

Product Lifecycle Management (PLM) als Business-Enabler
Wird Product Lifecycle Management richtig umgesetzt, ist es mehr als nur ein technisches System, es ist ein Business‑Enabler. PLM unterstützt bessere Entscheidungsfindung, indem es abteilungsübergreifend aktuelle und verlässliche Produktinformationen bereitstellt. Es ermöglicht ein strukturiertes Änderungsmanagement, verbessert die Compliance und hilft Herstellern, schneller auf Marktanforderungen zu reagieren.
Durch die enge Abstimmung von Produktentwicklung mit Produktion und Geschäftsprozessen unterstützt PLM Hersteller dabei:
- die Time‑to‑Market zu verkürzen
- die Produktqualität zu verbessern
- die Zusammenarbeit über Abteilungsgrenzen hinweg zu stärken
- Operationen zu skalieren, ohne die Kontrolle zu verlieren
PLM in einer modernen Fertigungsumgebung
Moderne PLM‑Lösungen sind zunehmend ERP cloudbasiert und eng mit ERP-Plattformen integriert. Diese Entwicklung spiegelt den wachsenden Bedarf an Flexibilität, Skalierbarkeit und Zusammenarbeit in Echtzeit wider. Anstatt als isoliertes Engineering‑Werkzeug zu fungieren, unterstützen moderne Product‑Lifecycle‑Management‑Systeme das gesamte Unternehmen.
Für Hersteller, die Microsoft Dynamics 365 nutzen, bietet ERP-basiertes PLM-System eine einheitliche Umgebung, in der Engineering‑, Fertigungs‑ und Business‑Teams mit denselben Daten und Prozessen arbeiten, ohne komplexe Integrationen oder doppelte Systeme.
PLM als strategische Notwendigkeit
Product Lifecycle Management ist zu einer grundlegenden Fähigkeit für Hersteller geworden, die sich inmitten der digitalen Transformation bewegen. Mit zunehmender Komplexität von Produkten, Lieferketten und regulatorischen Anforderungen bietet PLM die notwendige Struktur, um Veränderungen sicher und kontrolliert zu managen.
Indem Menschen, Prozesse und Produktdaten über den gesamten Lebenszyklus hinweg miteinander verknüpft werden, ermöglicht Product Lifecycle Management Herstellern, schneller zu agieren, Risiken zu reduzieren und Produkte zu entwickeln, die sowohl den Marktanforderungen als auch den operativen Anforderungen gerecht werden.





